Eigene Projekte
Seminarreihe »Critical Whiteness«
In diesem Projekt arbeiten wir vor allem intern und setzen uns mit Rassismus und weißen Machtstrukturen innerhalb unseres Vereins auseinander.
Wir stellen uns Fragen wie:
Was ist Rassismus?
Welche Risiken, Wirkungen, Nebenwirkungen kann Rassismus anrichten?
Wo / an welchen Stellen gibt es Barrieren im Zugang zum VB? Wo werden Menschen ausgeschlossen, finden keinen Zugang? Wie können wir die Jahrestagung und unsere Arbeit macht- und diskriminierungssensibel gestalten? Was können wir als »Weiße« beitragen?
Begleitet und geschult werden wir dabei von Referent Ali Fathi.
Wochenendworkshop »Wurzeln der Gewaltfreiheit«
Nur gemeinsam können wir erfahren, was jede* und jeden* zur Gewaltfreiheit motiviert.
Deshalb haben wir an diesem Wochenende Raum für persönlichen Austausch geschaffen, in dem wir unsere Prägungen, Erfahrungen, Beweggründe und Perspektiven teilen konnten.
Durch den Dialog wollten wir ein tieferes Verständnis für die jeweilige Bedeutung der gewaltfreien Wurzeln gewinnen und gemeinsam überlegen, wie wir mit den unterschiedlichen Werten und Glaubenssätzen innerhalb des Versöhnungsbundes umgehen möchten.
Welche Wünsche und Bedürfnisse ergeben sich daraus für die Gestaltung unseres Miteinanders, z.B. auf unseren Jahrestagungen?
Finden wir Möglichkeiten, unseren Verband für alle Generationen attraktiv zu gestalten und mit unseren Unterschiedlichkeiten tolerant umzugehen?
Projekt »Voneinander Lernen in der Revolution für das Leben«
Am 15.5.2022 starteten wir mit dem Projekt »Voneinander Lernen in der Revolution für das Leben«. Die Kurzform lautet LeoRevLife – Learning from each other in the revolution for life – the contribution of social & political movements to the transformation of society. Auf der Jahrestagung 2024 beendeten wir das Projekt.
Das Projekt war Teil der strategischen Partnerschaften im Erasmus+Programm zur Erwachsenenbildung. Der deutsche und der österreichische Zweig des internationalen Versöhnungsbundes (IFOR) sind offizielle Projektpartner*innen.
Zielsetzungen: Was wollten wir mit dem Projekt erreichen?
Ziel des Projektes war, die Kooperation für die Themen Klimagerechtigkeit, Frieden, Sicherheit, Diversitätsfreundliche Gestaltung der Arbeit auszubauen und die sozialen Bewegungen zukunftsfähig aufzustellen. Dazu sollten die verschiedenen Ansatzpunkte, diverse Aktivitäten und Methoden erprobt werden. Vor allem war das Ziel, sich gegenseitig besser kennen zu lernen und voneinander zu lernen.
Aktivitäten: Was ist passiert im Projekt?
Das Projekt begann im Mai 2022 mit der Jahrestagung »Revolution für das Leben!«, die in Arendsee mit 180 Teilnehmenden stattfand. Da es die Gelegenheit zum persönlichen Treffen bot, haben wir daran angedockt und auch das Auftakttreffen der Projektgruppe mit dem österreichischen Zweig durchgeführt. Eine Revolution für das Leben erfordert einen dauerhaften Einsatz auf vielfältigen Ebenen im Hinblick auf die Gestaltung einer Welt, die für alle lebenswert ist. Dies ist nur in der Vernetzung unterschiedlicher Initiativen möglich. Um die immensen Herausforderungen der Menschheit auf dem Planeten Erde zu bewältigen, ist nichts Geringeres als eine »Revolution für das Leben« erforderlich. »Voneinander lernen in der Revolution für das Leben – die Beiträge sozialer und politischer Bewegungen zur Transformation der Gesellschaft« ist der Name und zugleich das Ziel des Projekts. Es zielt darauf ab, die Zusammenarbeit von Bewegungen zu unterstützen und das zivilgesellschaftliche Engagement im Hinblick auf Gewaltfreiheit, Klimagerechtigkeit, Inklusion und gerechte Lebenschancen für alle Menschen zu stärken.
Dieses Thema wurde im September 2022 dann weitergeführt mit dem Workshop »Frieden ist möglich – aber sicher!«, der in Salzburg stattfand und vom österreichischen Zweig organisiert war (https://www.versoehnungsbund.at/frieden-ist-moeglich). Zu dem Workshop waren neben diversen österreichischem Vertreter*innen verschiedener sozialer Bewegungen auch Gäste aus Großbritannien, Frankreich und Deutschland eingeladen. Insgesamt waren es 20 Personen, die sehr angeregt miteinander gearbeitet haben.
Im April 2023 fand die zweite europäische Vernetzungskonferenz (EuFOR-Treffen) statt, diesmal in Köln. Der österreichische und der deutsche Zweig waren gemeinsam für die Durchführung verantwortlich, zudem waren ca. 20 Teilnehmende aus 12 Ländern dabei. Diese Veranstaltung wurde genutzt, um das Thema und die Arbeit auch weiteren europäischen Partnern vorzustellen.
Im Mai 2023 veranstalteten wir zur Halbzeit des Projekts in Duderstadt die Jahrestagung zum Thema »Der Gewalt widerstehen!«. Hier waren 190 Personen involviert, viele davon auch als Mitwirkende und Multiplikatoren, da wir zeitweise bis zu 15 Workshops parallel im Programm hatten.
Skills for Action, so wurden zudem die Workshops genannt, die im Herbst 2023 von Marco Geue vom dt. Zweig des Versöhnungsbundes und von Lucia Hämmerle vom österreichischen Zweig jeweils auf deutsch und englisch angeboten wurden und einführten in sinnvolle Werkzeuge und Hinweise zur praktischen Gestaltung der weiteren Arbeit. Die Ergebnisse sind hier über einen Klick verfügbar:
1.) SCHAU HER! Gestaltungstipps und Werkzeuge für Aktivistinnen (Lucia Hämmerle)
2.) VERNETZ DICH! Kollaborative Tools und datenschutzsensibler Digital-Aktivismus (Marco Geue)
Im Januar 2024 führten wir einen Workshop zum Thema »Critical Whiteness« in Berlin durch, der Bestandteil des rassismuskritischen Diskussionsprozesses im deutschen Zweig des Versöhnungsbundes war und einen Beitrag leistete, die Tagungen diversitätssensibler zu gestalten. Ein Ergebnis dieser Arbeit ist das Awareness-Konzept, das für die JT kontinuierlich fortgeschrieben wird.
Als Folge dieser Arbeit wurde auch die Tagung des deutschen Versöhnungsbundes im Mai 2024 zum Thema »Über Mauern und Grenzen« mit besonderem Augenmerk hinsichtlich der Beteiligung von divers aufgestellten Referent*innen und Akteuren gestaltet.
Was sind die Ergebnisse:
Die gemeinsame Arbeit für Gerechtigkeit, Frieden und Klimawandel konnte in beiden Ländern weiterentwickelt werden. Die Partner haben sich gegenseitig besser kennen gelernt. Gemeinsam mit weiteren Partnern aus der EU wuchs die Bereitschaft, sich international auszutauschen und ein nächstes gemeinsames Projekt zu planen.
Die Möglichkeiten zur Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit wurden gemeinsam ausgebaut und als Materialien auch auf der EPALE-Plattform der EU geteilt. Eine Cloud-Basierte Plattform unterstützte die gemeinsame Arbeit während des Projektes.
Die Aufmerksamkeit für unterschiedliche Bedürfnisse von Teilnehmenden auf Tagungen und Workshops wurde erhöht, was sich zeigt in der Entwicklung eines Awareness-Konzeptes für Tagungen und die Begleitung durch Awareness-Teams.
Auf der folgenden Seite haben wir die Projektergebnisse dokumentiert und aufbereitet:
http://jt.versoehnungsbund.de/t/leorevlife
Zusammenfassung:
Das Projekt hat die Themen und die Kooperation vorangebracht, zur Vernetzung beigetragen und zu einem gemeinsamen Lernen geführt. Andere Partner in Europa konnten gefunden werden, die Interesse haben, sich in diesen Lernprozess einzuklinken für ein neues Projekt.
»Das Projekt ist von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen des Autors bzw. der Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) wider. Weder die Europäische Union noch die EACEA können dafür verantwortlich gemacht werden.«
Projekt »DigiPax - Digitalisierung in der Friedensarbeit«
Im Rahmen des Förderprogramms der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt wurde für den VB ein Projekt bewilligt zum Thema Digitalisierung in der Friedensarbeit, das vom 23.2.-31.12.24 durchgeführt wurde.
Das Digitalprojekt soll – basierend auf einer Bedarfs- und Bestandserhebung geeignete digitale Medien für die interne und externe Kommunikation des Verbands ausfindig machen, erproben und ausbauen. Dazu wurde mit den Fördermitteln für den Förderzeitraum gemeinsam mit der Beratungsperson und dem Vorstand ein verschriftlichtes Konzept bzw. eine Strategie erarbeitet.
Ein weiterer Teil der Fördermittel wurde v.a. für verschiedene Qualifizierungsmaßnahmen von ehrenamtlichen Multiplikator*innen zur Nutzung digitaler Medien und Tools für die interne und externe Kommunikation des Verbands und speziell für die Friedensarbeit verwendet.
Ein weiterer Fokus der Qualifizierung lag darauf, unsere digitale Öffentlichkeitsarbeit für ein diverses Publikum zugänglich zu gestalten.
Ein wesentlicher erster Schritt zur Erarbeitung neuer digitaler kollaborativer Arbeitsformen war der Workshop auf unserer Jahrestagung im Mai 2024 zur gemeinsamen Erarbeitung einer Strategie und wesentlicher Meilensteine in diesem Jahr. Es wurde eine fest institutionalisierte Arbeitsgruppe eingerichtet, mit Menschen, die sich thematisch einbringen möchten.
Wesentlicher Baustein des Projektes waren Schulungen in Präsenz und online, um ehrenamtliche Multiplikator*innen zu unterstützen, die Wissen über digitale Kommunikations- und Kollaborationskanäle an die Mitgliedschaft in Trainings weitergeben und sich bspw. in regelmäßigen Sprechstunden als Ansprechpersonen anbieten. Wichtig war uns dabei, dass die Besetzung jeweils weitestgehend die Heterogenität der Mitgliedschaft widerspiegelt. Dabei wollten wir insbesondere mit dem Präsenzworkshop auch Jugendliche und junge Erwachsene erreichen.
Wir wünschen uns auf diesem Weg die Erhöhung der Sichtbarkeit des Versöhnungsbundes sowie eine Stärkung der Zusammenarbeit verbunden mit der Förderung von Austausch und Begegnung.
